MEINE KATZE IST SCHWARZ. UND SIE IST AUCH SCHON FAST BLIND.

Meine Bekannte Anna hat eine Katze. Dass es um eine Katze geht, das hat Ihnen die Überschrift ja schon verraten. Auch, dass es um eine schwarze Katze geht, und gar eine mit einer Seheinschränkung. Auch, dass die betreffende Katze kein Kater ist, ließe sich schlussfolgern. Es steht ja da nichts von einem Kater. Wer aber wird denn da gleich gendern, denn das Geschlecht der* Katze (Kater*in) ist nicht der springende Punkt. Wobei (seien wir ehrlich), verbinden wir nicht schon bereits bestimmte Assoziationen mit einem Kater und wieder andere mit einer Katze? Ist ein Kater, besonders einer von der schwarzen Sorte, nicht schon automatisch ein Draufgänger, einer, der nichts anbrennen lässt und keinem Streit aus dem Wege schlendert, sondern eher das Gegenteil. Und denken wir bei einer schwarzen Katze nicht erst einmal an Pech und Unglück? Eben eine, der man (und frau) besser aus dem Weg geht! Tatsächlich ist die Katze meiner Bekannten Anna ein Superstar, gar eine mit Katzen-Superheld*innen Freund*innen. Sie, die auf den schönen Namen Lola hört (auch nicht immer, soviel sei erwähnt), ist bekannt als wäre sie ein bunter Hund. Wo und wie ließe sich nun vortrefflich fragen. Die Antwort ist eine einfache. Im Internet natürlich. Lola ist da als Model unterwegs, in immer wieder anderen Posen, meist auf Fotos, aber manchmal auch in kurzen Videos in denen sie anschaulich wie energisch dokumentiert, dass es Zeit fürs Mittagessen ist. Begleitet werden diese Momentaufnahmen von kurzen Texten, die den betreffenden Medieninhalt zu einer kleinen Geschichte machen. Wir erfahren mehr über Lola, was sie so treibt und was sie antreibt. Die in die Hunderte reichenden Likes (ein kleines Herzchen) und die zahlreichen Kommentare (an einer kleinen Sprechblase zu erkennen) stammen natürlich nicht von Lolas Katzen-Freund*innen. Auch nicht die Bildüberschriften (das hat jetzt auch keine*r gedacht). Vielmehr sind es die stolzen Besitzer*innen (ein Wort das schrecklich klingt, seien wir ehrlich), die untereinander und für die ganze Welt als solche, Stories rund um ihre Vierbeiner teilen. Und das auf der Plattform Instagram (das ist die mit den lustigen Kacheln), auf der Menschen alle möglichen Fotos (und kurze Filmchen) und vermeintlich wahre Berichte hochladen, direkt vom Smartphone aus. Und tatsächlich, Instagram bietet uns die Möglichkeit, viel von uns mit anderen Menschen zu teilen. Ein anderer Bekannter von mir ist seit Jahren mit dem Rucksack auf dem Rücken in Asien unterwegs. Dass er gerade in Hanoi ist, das hat er mir und allen, die das wissen möchten, heute über ein paar neue Fotos erzählt. Welche, die auch schon einige Likes gesammelt haben.

 

 

Mehr noch als andere Plattformen in der Social Media Welt, lässt uns Instagram leicht zu Erzähler*innen unserer Geschichten werden. Die Geschichten rund um Lola sind die Geschichten meiner Bekannten. Sie ist die Autorin, Lolas Ghostwriterin. Andere Menschen erzählen ihre eigenen Stories. Und das sind es: Geschichten. Wie jeder Erlebnisbericht auch genau das ist: eine Geschichte aus meiner Sicht, die mit der Realität mal mehr, mal weniger zu tun hat. Und dass jede*r von uns ein*e kleine*r Erzähler*in ist, das haben wir vielleicht zwischenzeitlich vergessen, aber erinnern wir uns. Als Kinder haben wir uns unsere eigenen Welten geschaffen, deren innere Realität wir selber bestimmt haben („Du bist jetzt der Mann, ich bin die Frau, das ist unser Haus“…), oder eben unserer Phantasie freien Lauf gelassen haben („Ich erzähle dir jetzt eine Geschichte von einem Hund… ein ganz großer Hund…“). Und wie sich an der wachsenden Beliebtheit von Instagram und Facebook zeigt, erzählen wir in unserer Freizeit immer noch gerne Geschichten und teilen diese mit Bekannten. Das ist jetzt nicht einmal unbedingt neu. Als Kind war ich nur zu oft gezwungen, diversen Dia-Abenden beiwohnen zu müssen, in denen die Erwachsenen Fotos von ihrem letzten Urlaub präsentierten, mal spannend, mal gähnend langweilig. Stories eben, die alle gut erzählt sein wollen. Und Instagram hilft uns dabei, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren.

 

Schauen wir in unseren Berufsalltag sieht die Sache ganz anders aus. Nicht, dass es nicht viel zu erzählen gäbe, und nein, ich meine jetzt nicht den sogenannten Flurfunk. Denken wir nur an Projektarbeit. Diese steht und fällt mit der Art und Weise wie im Team (heute oftmals über Landesgrenzen hinweg) und mit allen anderen Projektbeteiligten kommuniziert wird. Oder denken wir an die Flut an Informationen, die bei der Restrukturierung nur einer einzigen Abteilung ausgetauscht werden müssen. Und dennoch: oft werden wesentliche Daten falsch verstanden oder unvollständig weitergegeben. Das zieht dann häufig eine wahre Kette an E-Mails nach sich, in der aber auch jede*r irgendwie Beteiligte im Verteiler stehen muss. Nach der xten Gesprächsrunde und Präsentation am gleichen Tag ist die Aufnahmefähigkeit nicht mehr auf dem Höhepunkt, das Tagesgeschäft muss ja auch noch geschafft werden. Gerade wenn es um Präsentationen geht, müssen Power Point Folien aus Zeitmangel zwei Sachen leisten: sie sollen helfen, den Vortrag visuell zu unterstützen und gleichzeitig als Handouts dienen, manchmal auch als Leitlinien wie denn gerade oder grundsätzlich zu verfahren ist. Und hinsichtlich der Art der Vermittlung gilt eben die Maxime des Ermittlers Friday aus der Fernsehserie „Dragnet“ (Deutsch: „Polizeibericht“). „Just the facts, just the facts.“ Aber Fakten, besonders auf Power Point Folien, die sich mit kleinen Kästen und in alle möglichen Richtungen zeigenden Pfeilen gegen jede Art von Klarheit stemmen, bleiben uns nicht dauerhaft in Erinnerung oder erzeugen Begeisterung. Und überhaupt, Fakten ohne Motivation und ganz ohne Kontext verstellen oft den Blick auf das was eigentlich vermittelt und erreicht werden soll, eben auf das Warum und das Was (im Sinne von: was als Nächstes geschehen soll oder muss). Fakten sind in der Tat wichtig, aber eine Aneinanderreihung von Daten ist erst einmal nur eins: sie ist sehr langweilig.

 

Zunächst einmal lässt sich feststellen, dass klare Kernbotschaften einprägsam sind. Und eine Botschaft dieser Art findet sich in der Tat in so ziemlich jeder Präsentation. Nur eben häufig an der falschen Stelle. Sind wir nicht alle darauf trainiert, dass auf der letzten Folie einer Präsentation die Worte: „Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit“ stehen, die Folie, die gezeigt wird, wenn eh alle schon ihr Smartphone wieder eingeschaltet haben und hektisch durch die Liste mit den entgangenen Anrufen und den neuen E-Mails scrollen. Dabei ließen sich diese Worte auch sehr gut als Aufforderung, als ein „Call to Action“ einsetzen, dann nämlich am Anfang der Präsentation, nach der Titelseite und vor dem Inhaltsverzeichnis. Ganz im Sinne von „Ich danke Ihnen dafür, dass Sie meiner Präsentation jetzt Ihre ungeteilte Aufmerksamkeit schenken.“ Damit kann dann die Geschichte beginnen, die ich meinen Zuhörer*innen erzählen möchte.

 

Aber warum sollte ich überhaupt eine Geschichte erzählen wollen? Es geht mir doch nur darum, Fakten zu vermitteln und das möglichst ohne Informationsverlust. Fakten, die sich meinen Rezipient*innen auch einprägen sollen. Das kann ja nicht so schwer sein. Und doch wird oft sehr viel Zeit dafür eingesetzt, um möglichst viele Daten auf Folien unterzubringen (die sollen ja auch zugleich Handout sein) ohne sich dabei über zwei Punkte klar zu werden: wer ist meine Zielgruppe und welche Zielsetzung verfolge ich? Sobald ich mir darüber im Klaren bin und diese genau benennen kann, habe ich eine Basis, nach der ich meine Präsentation und meinen Vortrag ausrichten kann. Und erinnern wir uns an den Ausspruch von Billy Wilder (dem bekannten Filmregisseur), der einmal sehr treffend angemerkt hat: „Ein Film, der sich nicht in drei Sätzen zusammenfassen lässt, der funktioniert nicht.“ Womit wir schon beim Erzählen von Geschichten sind. Auch in Geschichten geht es um Fakten (wenn auch oft um erfundene). So beginnt der berühmte Roman „Eine Geschichte aus zwei Städten“ (1859) von Charles Dickens mit den Worten: „Es war die beste und die schlimmste Zeit, ein Jahrhundert der Weisheit und des Unsinns, eine Epoche des Glaubens und des Unglaubens, eine Periode des Lichts und der Finsternis […]“. Bei mir zumindest ist jetzt das Interesse geweckt. Wovon handelt dieser Roman? Um eine Liebesgeschichte in der Zeit der Französischen Revolution. Wir erleben die epochalen gesellschaftlichen Verwerfungen in Frankreich am Ende des 18. Jahrhunderts (also ein wahres, geschichtliches Ereignis) aus der Sicht erfundener Figuren, deren persönliche Erfahrungen die historischen Fakten emotional erlebbarer machen. Anders als würde es um ein Geschichtsbuch gehen, werden wir durch die menschliche Ebene der Figuren emotionalisiert. Der Weg des jungen Anwalts Sydney Carton, der aus Liebe zu einer Frau zum tragischen Helden wird, in dem er anstelle ihres Ehemanns in den Tod geht, weiß uns zu fesseln, mehr als jeder Tatsachenbericht es könnte. Im 19. Jahrhundert war es zudem gängige Praxis, Romane zunächst als Fortsetzungsgeschichten zu veröffentlichen. Denken wir an unsere aktuelle Lieblingsserie, die auch mit jeder neuen Episode die Geschichte weitererzählt. Der Handlungsfaden wird an der spannenden Stelle wieder aufgenommen, an der die vorherige Folge geendet hat. So auch bei „Eine Geschichte aus zwei Städten“. Und wir können uns gut vorstellen, wie zwischenzeitlich unter den Leser*innen diverse Theorien ausgetauscht wurden, wie genau denn die Handlung sich wohl weiterentwickeln wird und ob nicht doch Sydney und Lucie über viele Umwege zueinander finden werden (und das Ganze bevor es ein Internet mit seinen Fan-Theorien gab). Dickens, wie seine Zeitgenossen, hat hier auf einen sehr bewussten Spannungsbogen gesetzt und diesen zu einem Teil seiner Erzählung gemacht. Und darum geht es doch auch idealerweise bei jeder Art der Informationsvermittlung. Es ist das Ziel, dass die von uns vermittelten Information als interessant, gar spannend empfunden werden, dass sie unsere Rezipient*innen bewegen und sich ihnen einprägen, sie gar aktivieren. Darin liegt das Geheimnis einer guten Präsentation: uns wird eine Geschichte erzählt, die uns mit auf eine Reise nimmt. Dafür braucht es neben dem Narrativ eben auch eine gute Dramaturgie.

 

 

Erinnern wir uns wieder an die Katze meiner Bekannten Anna. Ich habe Ihnen da auch eine Geschichte erzählt, und wenn Sie mir bis hierhin gefolgt sind, habe ich die Geschichte gut erzählt. Und es ist ja eine sehr einfache Geschichte: meine Bekannte postet gerne Bilder von ihrer Katze (es war eine schwarze) um sie mit anderen Menschen zu teilen. Die Fotos versieht sie dabei mit kleinen Texten, die aus diesen Fotos Geschichten machen. Fotos mit Texten sind vereinfachte, anschauliche Darstellungen, die genau auf den Punkt formuliert sind und als Botschaften funktionieren (wie wir an den vielen Likes sehen). Aber auch die Geschichten von Lola haben eine Dramaturgie: sie bauen aufeinander auf und werden fortgesetzt. Es bleibt also spannend. So wird nicht nur Interesse geweckt, andere Menschen interagieren mit den Stories von Lola (wie wir an den Kommentaren sehen), ergänzen diese und werden so Teil der Gesichte selbst. Darin liegt der besondere Reiz von Instagram: erst die Möglichkeit zur Serialität beim Erzählen erhöht das Interesse und bindet die Nutzer. Wir sind gefesselt, wir wollen mehr erfahren und interagieren. Anders gesagt: wir können viel von Instagram (und Charles Dickens) für unsere nächste Präsentation und unsere beruflichen Kommunikationsanliegen insgesamt lernen. Und das ist es auch was sich hinter dem Begriff Storytelling verbirgt. Daher habe ich meinen Bericht über die Katze von Anna anfangs eben auch in eine kleine Geschichte verpackt und nicht nur Fakten benannt oder Ihnen anhand von steigenden Nutzerdaten den Erfolg und die Möglichkeiten von Instagram vorgeführt. Als Geisteswissenschaftler*innen haben wir von Concept Communications uns ausgiebig mit dem Erzählen von Geschichten befasst. Sei es im Studium wie in unserer beruflichen Praxis. Und wir wissen, eine gute Geschichte braucht einen Plot. Das ist das jeweilige Problem, die Aufgabenstellung und die Erarbeitung einer Lösung. Teil unserer Geschichte ist die Kommunikation (daher fester Bestandteil unseres Firmennamens). Kommunikation ist ein schwieriges Feld wie die meisten sowohl auf der persönlichen wie beruflichen Ebene täglich erfahren. Vor diesem Hintergrund haben wir die Entwicklung von geeigneten Beratungsleistungen und Trainings als Plot unserer Geschichte definiert, zusammengefasst in unserem Konzept Kommunikation 4.0. So können wir unseren Kund*innen geeignete Maßnahmen empfehlen, die genau zu ihren Anliegen passen. Bei unseren Präsentationstrainings zum Beispiel vermitteln wir unseren Teilnehmer*innen was sie von dem Erfolg der sozialen Netzwerke lernen können, wie sie Kernbotschaften identifizieren und vermitteln, und eben auch wie sie zu Geschichtenerzähler*innen werden können, in einem Stil, der zu ihnen passt.

 

Wenn Sie Botschaften, Wissen, Daten optimal an Ihre jeweiligen Rezipient*innen vermitteln wollen und das in einer Weise, die dieses Wissen im Gedächtnis Ihrer Zuhörer*innen und Gesprächspartner*innen verankert und mehr noch, eben auch Ihre Zielgruppen aktiviert, emotionalisiert, begeistert und bindet, sprechen Sie uns einfach an. Wir erzählen Ihnen gerne einmal von unseren Trainingsmaßnahmen und wie diese darauf abgestellt sind, dies einzulösen. Und das ist eine spannende Geschichte. Versprochen!

 

Text: Chris Buse | Concept Communications GmbH
Sketches: Birte Fritsch | Concept Communications GmbH

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